Das Mi-Parti

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Simone Martini  (1284–1344)

Das Mi-Parti, dessen Bedeutung aus dem Lateinischen und dem Französischen kommt und halb-geteilt heißt, ist eine Modeerscheinung des Mittelalters. Man versteht darunter Kleidung die in zwei oder mehrere Farben geteilt wurden. Doch nicht nur in der Mode, auch in der Heraldik wurde das Mi-Parti angewendet.

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Schwäbischer Meister um 1470

Die Kleidung ist höchstwahrscheinlich maurischer Herkunft und wurde von den Männern im 11. Jahrhundert zuerst aufgenommen und verbreitet. Ihre Hosen waren die ersten Kleidungsstücke in denen das Mi-Parti vorkommt. Sie waren es auch, die im gesamten Mittelalter den Damen in Sachen Mode voraus waren und neue Trends schneller annahmen.

 

Die Farben des Mi-Parti sind nicht zufällig, sie zeigt meist eine Zugehörigkeit zu einem Haus oder Land an. Ab dem 15. Jahrhundert entwickelte sich eine Farbsymbolik in der die verschiedenen Farben und Farbkombinationen eine bestimmte Bedeutung erhielt.

Das Mi-Parti verbreitete sich wahrscheinlich aus dem Wunsch nach farbenfroher Kleidung, da bunt gemusterte Stoffe selten und daher auch kostbar waren. Vor allem junge Männer und Diener trugen das Mi-Parti, da sich der Adel die kostbaren Stoffe leisten konnte.

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Codex Manesse, UB Heidelberg, Cod. Pal. germ. 848, fol. 395r: Rubin von Rüdeger
zwischen 1305 und 1340

 

Einen letzten Höhepunkt erreichte die Mode im 30-jährigen Krieg, da es vornehmlich von deutschen Söldnern und Landsleuten getragen wurden.

„Dieses Kleidungsstück wurde vom XI.-XVI.Jahrhundert getragen, vornehmlich von Jesters, Bauern, Knechte, Boote Vasallen und DAHER Krieg eigentlich ein Zeichen von Sozialer abhängigkeit, Wurde sogar mit Weltlichkeit, Sündhaftigkeit und Gottes Ferne in Verbindung“.

Quelle: Deutsches Adel Blatt, Jg.XIII, Berlin 1895

Aus der Mode verschwand es erst mit Ende des 16. Jahrhunderts. Als Narrenkostüm erhielt es sich aber bis heute.

Mehr Bilder gibt es auf Pinterest.

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Kategorien: mittelalter

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