Viktorianisch

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Prinzessin Alice, Franz Xaver Winterhalter 

Das viktorianische Zeitalter bekommt ihren Namen von der britischen Königin Viktoria. Sie regierte von 1837 bis zu ihrem Tod 1901 und prägt ihre Zeit immens. In Österreich regiert Kaiser Franz-Joseph von 1848 bis zu seinem Tod 1916. Im heutigen Deutschland ist die Sache etwas komplizierter, es herrschte ein deutscher Bund bis 1871 der erste deutsche Nationalstaat ausgerufen wurde. Die Schweiz hatte ab 1848 einen modernen Bundessstaat.

 

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Die 1830er Jahre startete mit knöchellangen Kleidern und großen en gigot (Hammelbein) Ärmel. Unter dem Kleid wurden gestärkte Unterröcke, welche oftmals auch mit Rosshaar oder Wolle versteift wurden, getragen. Tageskleider waren hochgeschlossen und mit einem Gürtel an der Taille getragen. Abendkleider hatten einen tieferen Ausschnitt und kleine aber voluminöse Puffärmel.

1832 wurden die Kleider länger und vor allem weiter. Populär wurde in diesem Jahr ein Mieder, das Vorne leicht spitz zusammen lief.

1836 verschwanden die en gigot Ärmel und wurden durch enger anliegende ersetzt.

In den 1840er wurden die Kleider nun meist schulterfrei getragen. Erstmalig wurden die Röcke gestiftelt und aus den ehemals konisch geformten wurden jetzt glockenartige Röcke. Kleider bekamen mehr Rüschen und Dekorationen, die Farben für die Kleider waren aber im Gegensatz zu dem vergangenen Jahrzehnt, sehr dunkel und einfärbig.

In den 1850er Jahren wurden die Röcke noch voluminöser bis 1856 der runde Reifrock in Mode kam und die zahlreichen Unterröcke ablöste. Mitte der 1850er Jahre wurde auch die Bischofsärmel für die Tageskleider eingeführt.

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Eine Veränderung gab es auch bei den Korsetts. Diese waren in den 50er und 60er Jahre kürzer als in den 40er Jahren.

In den 1860er Jahren erreichte der Umfang der Krinolinen ihren Höhepunkt. So maßen die Saumweiten ca. 3-4 1/2 Meter. Doch nicht nur die Röcke, auch die Ärmel in einem Pagodenschnitt waren wieder riesig. Der Reifrock wird zunehmend elliptischer mit einer flachen Front und wird nach hinten abstehender. Um 1866 fällt die Krinoline jedoch aus der Mode und wird von der Tournüre abgelöst. Nun wird das Korsett auch wieder länger.

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Die Tournüre wird zuerst sehr hoch angesetzt. Sie ist vorne flach und hinten sehr viel Volumen. Die Tournüre fiel, wie die Krinoline zuvor, ca 1876 aus der Mode und wurde durch leichte Popolster mit Rüschen ersetzt. 1881 kam die Tournüre zurück die um 1885 gewaltige Ausmaße annahmen. 1889 verschwand die Tournüre endgültig.

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In den 90er Jahren wurde bis auf das Korsett nichts getragen, welches die Silhouette veränderte. Eine Veränderung gab es nun beim Korsett, in den späten 90er Jahren kam das S-Korsett in Mode. Es erzeugte die typische Edwardianische Silhouette mit einer Taubenbrust und dem nach hinten geschobenem Becken.

 

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Fashion plate aus 1856

Die Mode der Männe veränderte sich in der Viktorianischen Zeit zwar auch, doch nicht so schnell wie bei den Damen.

Die 1830er Jahren war die Zeit der Dandies. Sie trugen Gehröcke oder Fracks und versuchten den anschein einer kleinen Taille zu bekommen und polsterten deswegen ihren Oberkörper aus und trugen Korsetts. Die Ärmel der Gehröcke oder Fracks waren eng anliegend und der Reverskragen reichte bis zur Taille. Die Gilets waren ein- oder doppelreihig. Die Halsbinde war hoch und unten zu einem Knoten oder einer Schleife gebunden. Die Hosen waren enganliegend und hatten am Hosenende eine Schlaufe die unter die Schuhe kam. Kosakenhosen waren noch in Mode, sie waren oben weit und wurden unten immer enger.

1840 unterschied sich von 1830er Jahren nur in details. Die Taille wurde nicht mehr geschnürt und der Oberkörper nicht mehr stark ausgepolstert. Die Taille wurde etwas nach unten versetzt. Breeches wurden bei formalen Veranstaltungen getragen, als Alltagshose wurde die Hose mit Hosenlatz getragen.

In den 1850s wurden die Gehröcke und Fracks noch leicht ausgestopft, der Rever wird im Laufe der Zeit immer kleiner und reicht nicht mehr bis zur Taille. Gestreifte und karierte Hosen waren in Mode. Die Hosen mit Schlaufe für die Schuhe wurden nicht mehr getragen, eine Ausnahme bildet das Reiten.

1860 waren die Gehröcke kaum noch talliert. Die Ärmel wurden weiter und statt dem Oberkörper wurden nun die Schulter ausgepolstert. Am Anfang der 1860er Jahre war die Hose noch eng angliegend, in der Mitte der 60er Jahre waren weite Hosen modern.

In den 1870er Jahren wurden endgültig nur noch die Schulter ausgepolstert. Der Hosenschnitt war gerade und Streifen waren immer noch modern.

1888 uns 1890 kam der Blazer auf der vor allem bei sportlichen Aktivitäten getragen wurde. Die Jacke war sehr gerade geschnittten und der Reverkragen war schmal und kurz. Die Hosen waren entweder gerade geschnitten oder liefen unten zusammen.

 

Schnittmuster

noch in Arbeit

 

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